Elemente, 2018

Elemente ist eine Wettbewerbsarbeit für den Kreisverkehr in der Bahnhofsstraße in Peiting
Erläuterung des vorgelegten Wettbewerbsmodells:
„Die höchste Förderung war 1961 erreicht mit 299.301 t verwertbarer Kohle“
(beschrieben im Peitinger Heimatfreund, Band 2, Ausgabe 1989, S. 152 Absatz9)
Mein bildhauerischer Zugang zum Thema Bergbau war ein spielerisches Ausprobieren. Ich ließ mich von den Formen der Pechkohlestücke, die gewonnen wurden, inspirieren und entwarf damit einen Turm aus Würfeln.
Die Wahl des Materials für diese Turmskulptur und das Modell fiel auf den hessischen Olivin-Diabas, der mich wegen seiner Dunkelheit an Kohle erinnert.Wie die Kohle bildet er braune Krustenschichten aus und entwickelt einen sanften Glanz.
Er ist im Gegensatz zur Kohle sehr witterungsbeständig.
Dieser Stein steht stellvertretend für den Bodenschatz, der in Peiting vor 35- 40 Millionen Jahren entstanden ist, und bei der Bildung der Alpen vor 25- 30 Millionen Jahren allmählich in Richtung Oberfläche geschoben wurde.

Meine Skulptur „Elemente“ hat eine Gesamthöhe von ungefähr 3,50 m.
Aus einem Betonring wächst die Skulptur aus der Tiefe, wie aus einem Schacht.
Dieser Betonring mit Fundament hat einen Durchmesser von 1,5 m (Tiefe ca. 25 cm), auf ihm liegt ein Gitter aus rostigem Eisen.
In seinem Inneren sind 5 Leuchten eingebaut, die die Skulptur nachts aus dem Schacht von unten beleuchten.
Die Skulptur strebt mit einer leichten Drehung nach oben, als Sinnbild für die dynamische Entwicklung des Bergwerks Peiting vom Stollen- zum Schachtbetrieb, von der Mechanisierung zur Industrialisierung des Abbauverfahrens.
Der Bergbau förderte im vergangenen Jahrhundert maßgeblich die lebhafte Entwicklung Peitings von einem landwirtschaftlich und handwerklich geprägten Ort zu einem Standort für Gewerbe und Industrie.
Hauptelement der Skulptur ist ein Riss, der sich durch Skulptur und Boden der Verkehrsinsel zieht, sich teils öffnet und dann wieder verschließt. Er macht den Eingriff des Bergbaus in die Landschaft und in die Kohle führenden Schichten, die Flöze, sichtbar. Der Riss im Boden ist mit Beton verschlossen.
Die Skulptur steht auf einer kleinen Erhebung, die nach einer Seite hin etwas steiler abfällt, und auf der anderen Seite flach ausläuft auf die Höhe des schon vorhandenen Granitpflasters.
Die Verkehrsinsel soll mit Immergrün oder als Wiese bepflanzt werden.
Für die Position der Skulptur vor Ort würde ich eine Diagonale zu der Hauptachse, der Bahnhofsstraße, auswählen, so dass man den Kreisverkehr gut einsehen kann, wenn man von dieser Achse aus darauf zufährt.
Gegenüber der Skulptur steht ein einzelner Würfel in einem zweiten Betonring mit Fundament. Darauf hat sich ein Symbol aus Romanik und Gotik, der Vierpass, als weiteres Element eingeschlichen.
Er kann Zeichen des besonderen Zusammenhalts im Ort sein, der aus der Bergwerkszeit stammt, noch heute lebt und spürbar ist, und die Struktur des Ortes prägt.
Dieses Zusammenhalten, ohne das die schwere und gefährliche Arbeit der Bergmänner nicht möglich gewesen wäre, ist das eigentliche Vermächtnis, die wichtigste Hinterlassenschaft des Bergwerks Peiting.